– Ballade vom Besen, der kein Stuhl war, und dessen Frau, die dem ganzen Problem eine „Leck mich am Arsch“ – Einstellung entgegenbrachte, was sie momentan wohl bereuen wird –

Ein Besen kommt nach Haus´ gerannt
und sagt zu seiner Frau:
„Oh Scheiße! Weib, ich bin kein Stuhl!“
Drauf sagt die Frau „Genau!“

Der Besen rennt nun kreuz und quer
und plappert wirr nur vor sich her:
„Oh man, oh man, ich bin ein Besen,
bin niemals nicht kein Stuhl gewesen“

Die Frau, ganz nebenbei ein Hocker,
die sieht die ganze Sache locker:
„Ist doch Wurscht, du Arschgesicht
auch deine Borsten stör´n mich nicht!

Statt rumzurennen und zu flennen
sollt’st lieber du ne Runde pennen
und nicht mehr auf den Sack mir gehen!“
und lässt ihn stehen, ganz alleen.

Nu steht er da, noch immer Besen,
nur Stiel und Borsten und nix weiter,
drum flitzt er zu dem Tischler schnelle,
der lacht und macht ihn flugs zur Leiter.

Die Frau findet das gar nicht gut,
hat Wut und Blut steigt bis zum Hut.
Da platzt´s heraus „Was bist du dumm!“
dann fällt sie um, und liegt nun rum.

Da kullert sie und motzt und mault
und mault und motzt und Leiter glotzt.
„Das hast´ davon, du doofes Weib
ich geh zum Saufen in die Kneip´!“

und die Moral von der Geschicht
v´leicht find´st du sie, ich find sie nicht…

März 2003

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Ständig alles hinterfragen

Man muss ständig kritisch sein, alles hinterfragen! Aber stimmt das denn überhaupt oder soll mir das Hinterfragen nicht vielleicht von Lobbyisten untergeschoben werden? Vielleicht möchte ich die Dinge ja lieber UNTERFRAGEN!!!???

Aber Moment: Was. wenn. die. Lobbyisten. nur. wollen. Komma. dass. ich. Dinge. zu. unterfragen. beginne!? Dann hätten sie ja freie Bahn beim Hinterfragen! Die feinen Herrschaften! Aber wenn das Hinterfragen nun, wie eingangs befürchtet, ein Ablenkungsmanöver ist und alle relevanten Fakten ganz einfach von vorn, auf den ersten Blick zugänglich sind? Dann würde ich mit meiner tollen Hinterfragerei ja wertvolle Zeit verschwenden! Ganz schön gewitzt, diese Typen.

nach dem Vorspiel mit Getier das noch sähnt (2. Szene / 2. Fall)

(2003)

Prolog im Gewimmel:

Die Zeit schrie mir ihre Tendenzen entgegen. Lachend obdarbte ich ihrer, doch ein Harren schien einzig dem Erhabenen das feilbieten zu können, was es benötigte, um dem Grenzenlosen zu entfleuchen. Klimaanlage ­ doch schwebt es hienieden! Auf gold ́nen Sohlen besagt es den Umschwung ­ zu pflegen das „wessen“ sei mein Begehr! Und komme ein Ende des ewigen Falles, so schwindet der Besitz, gleichwohl des Tapirs „s“ und sein Gesähne verhallt ungehört zwischen Schenkeln.

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

Ein Raum in Holz, auf den Boden ist in Kreide ein Stück Kreide gezeichnet worden, welches dort ist. Daneben ein Stück Kreide, welches nicht so recht zur Kreidezeichnung passen möchte. Zwei Personen differenten Geschlechts sitzen Rücken an Rücken auf einem sympathischen Tisch, strecken ihre Arme aus und greifen nach ihren Worten, oft glücklos.

„Grün! ich grüne; du grünst; er, sie, es grünt; wir grünen, ihr grünt, sie ­ auch“

Die Frau interveniert, in eine Plastiktüte sprechend: „Stop das! Stop das Grünen, es beißt sich ­ so nimm hin die ungedachte Schiene!“

Der Tapir trabt zu Tanzmusik in schwerfälligen Schritten, während Mann und Frau mit ihren Extremitäten Kreise beschreiben. Die Frau, Blöße darbietend, erzählt von weiland gewonnen Erosionen ihrer verdachten Bestiarien, welche vergilbt das Leiden der Tapire Skandinaviens zur Zeit der großen „Rote­Beete-Prohibition“ anno viertel nach 28 Uhr zu schildern wissen. Das vergralgende Tier entledigt sich eines Drangs und schreitet rückwärts eine Rampe hinauf, zu besehen ob dort oben Zugspitze. Der Mann muliert einige Termini aus dem Bereich der Molekularbiologie for und erhält Stimulation seitens der eben durch Artikulation in Schwingung versetzten Atome.

Er deutet ohne die Arme zu benutzen in eine Richtung und nutzt eine Kreisbewegung um sich partiell zu wärmen. Die Frau nimmt dies unter heftiger Teilnahmslosigkeit hin. Der auf diese Art an seinem Handeln nicht Ungehinderte versucht, seinen Augapfel mit ihm angewachsenen Nägel zu entweihen. Der in der Frau angebrachte Mantel regnet hernieder, wobei er absorbierend sich bläht und schämt. Den Augapfel einbüßend denkt der Mann an den Tapir, den hinterrücks sich unverständlich artikulierenden, einst hinzutretenden Tapir und das Hingradestehen beim Berechnen der dreiundzwanzigsten Potenz von Pi. Bewegungen rhythmisierend, beginnt er, ungekünstelte Kunst ins Nichts zu verweilen und buchstabiert dabei die Namen totgesagter Hinterhofstühle, grammatikalischer Machart. Dieses arge Betreiben verleitet die physisch sich Verfügbarmachende zu interrogativen interjektion, wobei die Anaphern vermeidet.

Beide lauschen dem Wachstum, der Tapir drückt seinen Kopf seitlich auf den Boden um Kondensation zu beobachten.

Die Deutung des Mannes verringert sich umgekehrt potentiell zur Verherrlichung des jüngst imitierten Käselaibs.

Die Frau erhebt, der Mann verfestigt, der Tapir bewegt ­ sich.

Sie stehen Entsagungen flüsternd auf und drücken einander die Köpfe an die Schultern, rückwärts lachend. Sie verharren und beendigen dies woraufhin sie sich an die verfügbaren Körperauswüchse greifen und schreiten, sich seitlich hin­ und herwiegend von hinnen.

Sie gehen zurück, setzen sich und reden über des Tapirs Salon und dessen Eröffnung vor einer gewissen Zeit, welche einst unbeobachtet begleitet war von Kreidezeichnungsexzessen hebräischer Art. Sie gedenken der Nase der Dame, welche sich an ebendiese greift um lauthals zu tröten.

„Ich bin ein Elefant! Ergebt euch, ihr Tapirsbrutanhänger samt Günstlingen!“

Unbeeindruckt von dieser Exhibition steht der Mann auf, geht auf den Tapir zu, ergreift dessen Schwanz und wirft ihn der Frau gegen den Kopf. Der Tapir taumelt tapsend zwischen die Beine der nackten Elefantin, blickt und geht. Mann und Frau, nunmehr ihrer Bedürfnisse Herr und Dame machen Anstalten ­ und bewohnen diese; ­beliebige Größen schätzend. Der Tapir spielt das lustige Bratwurstspiel und beginnt langsam aber sicher.

­­­­­­­­­­­­­­­­­

10 Minuten Später auf Sardinien.

Drei Männer kaufen eine Zeitung. Einer der Drei bezahlt sie, auf der Titelseite ist zu lesen: „Tapir! Neue Unruhen in Kapadozien!“ Die Männer schütteln die Köpfe dann die Hände, später das Haar und etwas Kaffee auf ein lackiertes Brett in Omnibusform. Kreidezeichnungen von Kreidestücken sind ironischerweise nirgends zu entdecken.

Schlaf

(2004)

groß und schwer scheint mir die Welt
und weit und friedlich in der Nacht
wenn auf die nahen Wipfel dort
das Mondlicht fällt
so sanft und sacht
als ob es ihren Schlaf bewacht

und still ein Wind sie flüsternd wiegt
schon raschelt leis‘ das Blätterkleid
doch ist’s ein träumend Seufzen nur
und schützend liegt
die Dunkelheit
und schenkt den Träumern Einsamkeit

Szene mit Vorspiel und Getier das sähnt

(2002)

Mann und Frau sitzen mit dem Rücken aneinandergelehnt – beide bemerken ihre Herkunft.

Er schreit schweigend quillend: „Gnähh!! Gnähh!!“

Die Frau nimmt einen Besen und haut ihm den Mann, der dabei frohlockt und 13 Tassen trägt, auf den Kopf, was er entgegenbringt.

Er: „Meine Herkunft – sie gerinnt! Und gelädig sind nur Welche!?!?“

Die Frau spricht: „Schön“ – grinst – kauft – „heißt!!!!!!“

Dann ein Satz ohne Prädikat. Entgegnet mit einem Satz ohne Subjekt. Der Mann balanciert den Besen auf einem Finger eines beliebigen Menschen und gerät dabei in Umstände.

Er schreit: „Besen, Beeseen! Krauf!“

Ein Tapir tritt hinzu und tröhnt.

Tapir: „Tröhn, Tröhn“

Die Frau fällt hinter dem Tapir auf die Knie um dessen Anus zu buchstabieren.

Die Frau: „T – A – …“

Der Mann nimmt den Kopf der Frau und drückt ihn in die unheilbringende Richtung.

Der Tapir quarnzt: „Joäh, Joäh“

Die Frau springt auf, stellt sich in eine Ecke, wo sie ein dreiviertel Gefälle besieht.

Der Mann rennt hinter ihr her, bleibt hinter ihr stehen, geht drei Schritte zurück und klatscht, setzt sich und macht. Die Frau erklärt sich und greift sich in den Schritt. Der Tapir rennt hinzu und gwölft vor Dreifaltigkeit. Die Frau springt hoch und landet mehrmals, doch nie ohne zu hoffen. Sie setzt sich auf den Tapir und gewährt dem Mann Einlass.

Dem Akt gesellen sie Gezeter hinzu, welches in Tapirgesähne ausartet.

Beide imitieren beim Weggehen einen Käselaib akustisch und beugen Verben.

Ein Teil des Kreislaufs

Tief unter dir liegt die Stadt. Es sind Kilometer bis zu diesen kleinen, flackernden Lichtpunkten, die sich um den dunklen, sich in zwei Bahnen teilenden und dann wieder zusammenwachsenden, Streifen versammelt haben. Es ist kalt. Furchtbar kalt – und das ist genau das, was sie brauchen, um sich an dich zu klammern wie Eisenspäne,  die von einem Magneten angezogen werden und sich zu Mustern formieren, die das unsichtbare Magnetfeld sichtbar machen.

Je mehr es werden, desto größer wird der Kristall den sie um dich herum bilden und irgendwann ist der Moment gekommen, in dem es dich nicht mehr hält, in dem die Reise hin zu den flackernden Lichtpunkten beginnt. In die immer näher rückende Dunkelheit hinein schwebst du langsam und bedächtig, stetig wachsend. Der Kristall ist nun so groß, dass dein Schweben einem Fallen immer ähnlicher wird. Das dunkle Dröhnen der Winde ist das einzige Geräusch in dieser Höhe doch plötzlich sind da andere, andere, die dir ähneln. Jeder von ihnen sieht etwas anders aus, sie alle wachsen und fallen immer schneller und auch du wächst und fällst den Lichtern entgegen, die immer deutlicher werden, sich immer greller gegen die einbrechende Nacht abheben, sich entlang scheinbar unsichtbarer Bahnen auch bewegen.

Der Kristall hat ein Vielfaches deiner früheren Staubkorngröße erreicht und er ist ein Wunderwerk. Eine Ansammlung gefrorener Wassermoleküle, deren Struktur dir ein Kleid aus Eis geschaffen hat, das als einzigartiger Stern dem Boden entgegensinkt, der von Millionen und Milliarden anderer, einzigartiger Sterne bedeckt ist.

Dort, vor diesem weißen Hintergrund, im schwindenden Licht des Tages, zwischen den Lichtern, sind Menschen. Einer streckt seine Hand aus, die in einem schwarzen Handschuh steckt.

Kristall

 

Thomas

Ein erster Versuch…

…den sonst auf ein Minimum verknappten Gedanken wieder etwas mehr Spielraum zu geben um ihre Flügel zu voller Spannweite auszustrecken. Ein übliches „Hallo, Test, lol“ hätte es auch getan, aber wem reicht schon ein „hätte es auch getan“ wenn es auch ein „so geht es aber auch“ gibt.

cgKXHOYy

Also, an alle ein herzliches „Hallo, Test, lol“… jetzt geht`s los :o)